Stechuhr
Eine Stechuhr dient zur Aufzeichnung des Arbeitsbeginns und des Arbeitsendes von Arbeitnehmern. Man kann eine Stechuhr als ein Gerät definieren, bei die An- und Abwesenheitserfassung bzw. -kontrolle eines Arbeitsnehmers dadurch erfolgt, Löcher in einen laufenden Papierstreifen gestochen werden.Die ersten Stechuhren wurden von der Simplex Time Recording Company in Massachusetts in den USA ab 1894 hergestellt. Hierbei handelte es sich um ein Trommelgerät. Außen an diesem Gerät sind Tasten mit Registriernummern der Angestellten angebracht. Auf der Trommel ist ein rechteckiges Blatt Papier gespannt. Wenn die Tasten der Maschine betätigt werden, werden Zeitmarkierungen ähnlich wie Nadelstiche eingestochen. Bei diesem Trommelgeräte handelt es sich um den schnellsten Registrierapparat überhaupt. Mehrere Angestellte konnten diese Maschine gleichzeitig bedienen. Der Nachteil dieser Maschine bestand darin, dass man das entstandene Nadelstich-Diagramm nur schwer auslesen kann und sich die Genauigkeit nur bei plus bzw. minus fünf Minuten bewegt.
Die Stechuhr wird im sprachlichen Gebrauch von ihrer Bedeutung her immer auch als Metapher für den industriellen Kapitalismus benutzt. Sie versinnbildlicht diese Form des Kapitalismus mit seinen Ritualen zur Kontrolle der Pünktlichkeit und den starren Arbeitszeiten. In diesem Sinne hat die Stechuhr seit Einführung neuer Arbeitszeitmodelle wie beispielsweise die Gleitzeit, der Vertrauensarbeitszeit oder der Einrichtung von Arbeitszeitkonten ausgedient.
Generell enthält eine Stechkarte immer die folgenden Daten eines Arbeitnehmers: den Namen, die Personalnummer, die wöchentliche oder auch 14-tägige Aufzeichnungsdauer, eine Tabelle zur Stempelung von Komm- und Geh-Uhrzeiten, Spaltensummierungen der Arbeits- und Überstunden und die sich daraus ergebende Lohnberechnungen. Es werden auch die Krankenkassenbeiträge sowie die Anzahl der Verspätungen erfasst. Die Stechkarte ist eine komprimierte Personalakte.


